Was macht ein Imam?

In Deutschland leben schätzungsweise zweitausend Imame. Ihre wichtigsten Aufgaben sind die folgenden:

Das Gemeinschaftsgebet
Die zentrale Aufgabe des Imams ist die Leitung des Gemeinschaftsgebets. Das Gebet ist ein rituelles Pflichtgebet und in seinem Ablauf strikt geregelt. Im Koran heißt es: „Trage vor, was dir [= Muhammad] von dem Buch geoffenbart wird, und verrichte das Gebet. Siehe, das Gebet bewahrt vor Schandbarem und Verbotenem. Das (ständige) Gedenken an Gott ist fürwahr das Größte. Und Gott weiß, was ihr tut“ (Sure 29,45). Die verschiedenen Körperhaltungen im Gebet sollen u.a. die Demut der Gläubigen festigen. Ihnen soll bewusst werden, dass sie von Gott erschaffen sind und dereinst zu ihm zurückkehren werden.

Das Gebet wird von praktizierenden Muslimen täglich fünf Mal verrichtet. Dabei orientieren sie sich am Stand der Sonne. Gebetet wird vor Sonnenaufgang, am Mittag, am Nachmittag, am Abend und bei Eintritt der Nacht.

Nach dem Glaubensbekenntnis bildet das Gebet die wichtigste Säule des Islam. In islamischen Ländern weist der Muezzin mit seinem Ruf auf den Beginn der Gebetszeit hin. Das Pflichtgebet ist nicht zu verwechseln mit den formlosen, persönlichen Bittgebeten (dua), die individuell gestaltet werden können und an keine bestimmte Tageszeit gebunden sind.

Da nach muslimischer Auffassung das Gebet in der Gemeinschaft mehr Gotteslohn bringt, sind Muslime dazu gehalten, die vorgeschriebenen Pflichtgebete gemeinsam in der Moschee mit einem Imam zu verrichten. Grundlegend ist folgender Ausspruch des Propheten Muhammad: „Das Gemeinschaftsgebet ist 27-mal besser als das allein verrichtete Gebet“ [Ausspruch Nr. 1678 in der Ausgabe von Adel Theodor Khoury, Der Hadīth. Urkunde der islamischen Tradition, 2008, 109].

 

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Abdul-Jalil Zeitun, Rauf Ceylan im Gespräch.

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