Der Text des Korans ist seit alters derselbe

(Aus: Ömer Nasuhi Bilmen, Feinheiten islamischen Glaubens)

Was die Heiligen Schriften unter den Büchern betrifft, so erhielt Moses die Thora, David den Psalter und Jesus das Evangelium. Der Koran ist das vierte Buch und ist unserem Propheten Muhammad offenbart worden. […]

Der Glaube an Gottes Bücher ist eine Verpflichtung für jeden Gläubigen. Wir glauben aber an das Original, das von Gott herab gesandt wurde, und nicht an das, was man heute in der Hand hält, denn andere Bücher, bis auf den Koran, sind durch Menschen verfälscht worden. Kein einziger Buchstabe des Korans ist verändert worden und kann auch bis zum Jüngsten Tag nicht verändert werden, denn Gott bürgt in Seinem heiligen Buch dafür, dass Er den Koran behüten wird. […]

Weder das Alte noch das Neue Testament sind mit dem Buch identisch, das an Moses, David oder Jesus offenbart wurde. Der Koran indes ist von diesem Schicksal verschont geblieben; kein einziges Wort ist jemals verändert worden.

Alle Verse des Korans wurden von Anfang an durch unseren Propheten und seine Gefährten auswendig gelernt und zugleich niedergeschrieben. Nach Muhammads Übergang ins jenseitige Leben ließ Abu Bakr ein Exemplar des Korans in Anwesenheit aller ehrwürdigen Prophetengefährten niederschreiben und schützte diesen vor möglichen Manipulationen. Zu Osmans Zeit wurde dieses Buch vervielfältigt und in verschiedene islamische Metropolen geschickt, weshalb man sie „Mus’haf Šarīf“ bzw. „heilige Abschriften“ nennt. Alle weiteren Koranabschriften sind aus diesen Abschriften hervorgegangen.

In jedem Jahrhundert wurden Hunderttausende Koranabschriften vervielfältigt und Tausende Koranhüter (Hafīz) ausgebildet. All dies trifft unter anderen himmlischen Büchern nur auf den Koran zu, denn alle anderen Bücher waren nur für bestimmte Epochen oder Völker bestimmt. Der gnadenreiche Koran ist aber für die ganze Menschheit und für alle Epochen vorgesehen. […]

Es ist eine bewiesene Tatsache, dass nicht ein einziger Buchstabe des Korans verändert worden ist und selbst das Original davon verschont blieb. […] Jene, die das Gegenteil behaupten, sind notorische Gegner des Islams, die sich einer unhaltbaren These verschrieben haben oder politische Propaganda betreiben.

(Ömer Nasuhi Bilmen, Feinheiten islamischen Glaubens. Islamischer Katechismus, [Bochum 2004], 31–32).

Zum Autor
Ömer Nasuhi Bilmen (1883–1971) war Vorsitzender des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet) der Republik Türkei (im Jahr 1960). Sein Katechismus ist eines der meist ver­kauften religiösen Bücher in der Türkei. Auch in Deutschland ist es weit verbreitet, in der Übersetzung durch Ahmed Erdem (mehr).

 

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