Selbstdarstellung der Hizmet-Bewegung

Der Begriff „Hizmet“ (übersetzt als „Dienst“) bezeichnet inzwischen eine global aktive Gemeinschaft von Personen, die sich sozial engagieren. […]

„Hizmet“ als spezifische Form gesellschaftlichen Engagements entstand in den 70er Jahren in der Türkei. Infolge des Militärputsches von 1971 war das damalige politische Klima weiten Teilen der Bevölkerung sowie vielfältigen Meinungen und Lebensmodellen gegenüber repressiv.

Zudem war gerade im Osten der Türkei, wo die meisten der türkischen Migranten in Deutschland herstammen, der Lebensstandard der Menschen sehr niedrig; insbesondere mangelte es an Bildungsinfrastruktur, medizinischer Versorgung sowie freien und unabhängigen Medien. Vor diesem Hintergrund entstand Hizmet als Engagement von einzelnen Menschen vor Ort, mit dem Ziel, die Versorgungslücken zu schließen und bessere Lebensbedingungen für die Menschen zu erreichen.

Mit der Zeit entwickelte sich Hizmet zu einer immer breiteren gesellschaftlichen Initiative. Türkische Emigranten, die von den Ideen Hizmets inspiriert waren, trugen diese in ihre neue Heimat und setzten ihr Engagement dort fort.

Im Mittelpunkt des Engagements von Hizmet stehen:
– ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle einer solidarischen und auf Nächstenliebe ausgerichteten Gesellschaft,
– die Förderung von Bildung als Mittel zur vollen persönlichen Entfaltung und Entwicklung eines angemessenen Lebensstandards sowie
– der Einsatz für interkulturellen und interreligiösen Dialog für ein friedliches und gemeinschaftliches Miteinander.

Basis der Ideen Hizmets sind universelle Werte wie Toleranz, Chancengerechtigkeit, gesellschaftliche Teilhabe, demokratische Grundrechte, Meinungsfreiheit sowie Gleichstellung von Mann und Frau. Auch wenn Hizmet historisch betrachtet seinen Ursprung im sunnitischen Islam hat, ist es keine religiöse Bewegung: Hizmet steht allen Menschen offen – unabhängig davon, ob und welcher Religion sie angehören.

Quelle: www.dialog-und-bildung.de.

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